Das schwarze Schaf

Ich bin in jeglicher Hinsicht das schwarze Schaf. Vor allem merke ich das deutlich was meine Verwandtschaft betrifft.

Durch meinen Herzfehler war ich von Anfang an etwas Besonderes ohne dies zu wollen. Überall musste besondere Rücksicht genommen werden auf mich, obs beim Spielen, in der Kita, der Schule oder der Arbeit war.

Ja es ist nervig und ich habe mit Sicherheit viele soziale Kompetenzen einfach nicht richtig erlernen können, weil ich mit Samthandschuhen angefasst wurde, aber mir mit 14 an den Kopf zu knallen, ich sei eine Schande für die Familie, war schon sehr hart. In den Augen meiner Verwandten habe ich es noch zu nichts gebracht und werde es auch nie zu etwas bringen. Ich bekomme immer nur zu hören was ich alles nicht geschafft/durchgezogen habe, wie z.B. mehrere abgebrochene Ausbildungen, 2 abgebrochene Studien, Köchin ist kein ordentlicher Beruf, ich sei nicht fähig eine längerfristige Beziehung zu führen usw.

Solche Aussagen schwächen das Selbstbewusstsein enorm, vor allem da es vorher schon sehr gering war. Es macht mich unendlich traurig, dass ich nicht den Rückhalt meiner Verwandten habe und alles im Alleinkampf durchstehen muss und mich dabei noch vor ihnen rechtfertigen soll.

Diese Aussagen nagen sehr an mir, so dass ich mir selbst Vorwürfe mache, z.T. so starke, dass ich mit dem Gedanken spiele lieber tot zu sein. Natürlich nagt es auch an mir, dass ich wohl nicht in der Lage bin Freundschaften und Beziehungen zu führen, so dass ich letztendlich alleine dastehe und mir niemand mal den Rücken stärkt oder neuen Mut macht.

Ich versuche dennoch anderen Mut zu machen, sie zu loben und für sie dazusein, obwohl es niemand für mich ist.

Ja jetzt werdet ihr sicher sagen, dass es toll ist und nicht dumm ist, aber immer nur zu geben und nie etwas in dieser Form zurückzubekommen, frisst einen irgendwann von innen her auf.

Ich bin es leid immer nur mich selbst zu loben und zu versuchen mir Mut zuzureden. Ich bin es leid von niemanden gewollt und unerwünscht zu sein.

 

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Die Frage ist: Zu welchem Preis?

Heute hatte ich meine 1. Zimmerbesichtigung über das Projekt „Wohnen für Hilfe“ der Stadt. Das Projekt richtet sich an Studenten und Azubi, da es hier einen ziemlichen Mangel an Wohnungen bzw Studentenzimmer gibt. In dem Projekt geht es darum, dass ein Student/Azubi bei einer anderen Person/Familie ein Zimmer bezieht und das Bad so wie die Küche mitbenutzen darf und nur die Nebenkosten zahlen muss, anderweitig keine Miete. Dafür muss der Student/Azubi die aufnehmende Person unterstützen, z.B. im Haushalt etwas helfen oder im Garten, Besorgungen erledigen, Gesellschaft leisten oder mal kochen. Die Leistungen werden individuell festgelegt, allerdings gilt 1qm/1Std Arbeit.

So nun war ich heute bei einer Familie mit 2 Jungs, beide schon in der PPubertät. In der Beschreibung stand, dass ich Wäsche waschen sollte und bügeln, so wie ab und zu mal die Kinder bekochen und evtl. mal etwas putzen.

Gut, dachte ich mir, das ist ja nun eigentlich kein Problem. Ich bin gelernte Köchin, daher fällt mir das Kochen nicht schwer und die Wäsche wäscht die Maschine. Zeitaufwendiger ist da schon eher das Wäsche aufhängen, abhängen und bügeln. Naja und hin und wieder mal mit einem Staubsauger durch die Wohnung/das Haus wird ja nicht so schlimm sein.

Ja Pustekuchen. Die Familie hatte 7 Jahre lang immer ein Au-Pair. Die hat natürlich viel Zeit gehabt, da sie ja nicht arbeiten oder studieren ging und so den Haushalt schmeißen und die Kinder bespaßen konnte. Kinder bespaßen bräuchte ich nicht mehr, aber ich müsste von Mo-Fr für die Familie und mich kochen, so wie die Wäsche und bügeln und saugen und wischen (das Haus hat über 300qm Wohnfläche).

Der Besitzer veranschlagt dafür ca 12-15Std die Woche für die Tätigkeiten. Hmm, dazu kommt noch, dass ich 60Std im Monat arbeiten gehe und ich mache ein VOLLZEITstudium Medizin. Wo soll ich da genau noch deren Haushalt unterbringen?

Des weiteren hat das Zimmer keinen vernünftigen Schreibtisch, so dass ein vernünftiges Arbeiten dort nicht möglich wäre und wer arbeitet schon gerne nur im Bett?

Ein Pluspunkt wäre, dass ich nicht mal Nebenkosten zahlen müsste und auch keine Lebensmittel, das würden die zahlen, dafür, dass ich diese vielen Stunden arbeiten würde.

Natürlich ist es verlockend und auch schön, wenn man kostenlos in so einem großen Haus wohnen darf und auch den Garten mitbenutzen kann,

aber die Frage ist doch: IST ES DAS WIRKLICH WERT?

Wenn ich auf mein Bauchgefühl höre, dann NEIN.

Allerdings werde ich mich noch mal im Rathaus erkundigen, ob ich bei einem 12qm-Zimmer 12Std/Woche oder 12Std/Monat dafür arbeiten/helfen/unterstützen soll. Im Internet steht es nämlich als 12Std/Monat.

 

Durchgefallen

Gestern war das Histologie-Testat.

Ich hatte wirklich Angst davor, obwohl ich gelernt habe. Ich habe die Lülle gelesen, so wie eine Zusammenfassung aus höheren Semestern und das 1. Lernpaket im Endspurt. Ich habe, bis auf die Lülle, die Sachen mehrmals gelesen und auch verstanden, aber ich hatte schon Schwierigkeiten sie zu Hause wiederzugeben. Des weiteren habe ich mit dem Online-Kurs der VHB mir die Präparate angeschaut und versucht die Merkmale zu beschreiben. Leider gab es keine Lösungen zu den Präparaten, so dass ich mir nicht sicher war die Strukturen richtig erkannt zu haben. Die Beschreibung lief beim Üben auch eher mäßig bis schlecht.

Nun war also gestern der große Tag. Es ist natürlich auch immer etwas Glück im Spiel. Welche Präparate man bekommt und wie der Prüfer aufgelegt ist.

Den Namen des Prüfer kenne ich nicht, da er sich nicht vorstellte. Meiner Meinung nach ist das unhöflich, aber nun gut.

Er erklärte uns (wir waren 5 Leute) wie die Prüfung laufen wird und zwar hatte jeder 2 Präparate an seinem Platz liegen, die er sich in Ruhe anschauen sollte. Wir hatten so ca. 10 Minuten Zeit. Wir durften uns zu den Präparaten Notizen machen. Dann kam der Prüfer und fragte jeden einzelnen, ob wir soweit wären. Zuerst war eine Kommilitonin dran, weil sie schon fertig war mit mikroskopieren. Danach kam ich dran.

Ich legte das Präparat auf mit dem ich anfangen wollte. Ich begann zu erzählen, dass ich Drüsen sehe und schon unterbrach mich der Prüfer, nahm das Mikroskop und stellte mir eine Stelle ein und sagte: „Das will ich nicht wissen, sondern über diese Stelle will ich was hören.“ Urgs. Genau die Stelle, die ich auslassen wollte, weil ich es nicht erkannt habe.

Das Ratespiel fing also an. Als erstes tippte ich auf Knorpel, stammelte ein paar unbeholfene Sätze und wurde wieder unterbrochen mit der Aussage, dass das kein Knorpel sei. Hmm nun gut, also riet ich, dass das Knochen sei, aber es eigentlich ausschließen würde. Gut wieder unterbrochen wurden mit einer komischen Antwort, die mich letztendlich zu dem Knochen führte. Tja und da hörte mein Latein vollends auf und ich konnte keine Fragen vom Prüfer dazu beantworten. Ich hatte ein absolutes Blackout und da ich die Stelle nicht erkannt hatte, auch keine Idee dazu was man darüber hätte sagen können. Damit war die Prüfung für mich beendet, der Prüfer fragte proforma nur, ob ich wissen wolle was das 2. Präparat sei. Ja das habe ich erkannt, aber es änderte nix an der Situation, so dass ich diese Prüfung wiederholen muss.

Ich habe Histologie also weiterhin an der Backe und kann mich nicht auf die Prüfung des Bewegungsapparates vorbereiten wie ich es eigentlich wollte. Histo geht vor, da die Wiederholung am 12.7. ist, als nächste Woche Dienstag. Bestehe ich diese Prüfung wieder nicht, muss ich im WS den Kurs wiederholen und darf nicht an Histologie 2 teilnehmen.

Also bin ich nun fleißig dabei Karteikarten zu schreiben, in der Hoffnung, dass ich damit besser zurechtkomme und nächste woche ein positives Ergebnis erziele. Des weiteren hoffe ich, dass ich bei der Wiederholung andere Präparate bekomme und dort mehr erkenne, so wie einen anderen Prüfer. Natürlich hoffe ich auch, dass ich dann nicht so nervös sein werde um ein Blackout zu vermeiden, das wäre am Hilfreichsten.

Immerhin gab es gestern das Ergebnis der Terminologie-Klausur und diese hab ich glücklicherweise bestanden. Im Moment habe ich 2 von 5 Prüfungen bestanden. Es besteht noch Hoffnung für mich, dass ich dieses Semester einigermaßen ordentlich abschließe *lächel*