Die Frage ist: Zu welchem Preis?

Heute hatte ich meine 1. Zimmerbesichtigung über das Projekt „Wohnen für Hilfe“ der Stadt. Das Projekt richtet sich an Studenten und Azubi, da es hier einen ziemlichen Mangel an Wohnungen bzw Studentenzimmer gibt. In dem Projekt geht es darum, dass ein Student/Azubi bei einer anderen Person/Familie ein Zimmer bezieht und das Bad so wie die Küche mitbenutzen darf und nur die Nebenkosten zahlen muss, anderweitig keine Miete. Dafür muss der Student/Azubi die aufnehmende Person unterstützen, z.B. im Haushalt etwas helfen oder im Garten, Besorgungen erledigen, Gesellschaft leisten oder mal kochen. Die Leistungen werden individuell festgelegt, allerdings gilt 1qm/1Std Arbeit.

So nun war ich heute bei einer Familie mit 2 Jungs, beide schon in der PPubertät. In der Beschreibung stand, dass ich Wäsche waschen sollte und bügeln, so wie ab und zu mal die Kinder bekochen und evtl. mal etwas putzen.

Gut, dachte ich mir, das ist ja nun eigentlich kein Problem. Ich bin gelernte Köchin, daher fällt mir das Kochen nicht schwer und die Wäsche wäscht die Maschine. Zeitaufwendiger ist da schon eher das Wäsche aufhängen, abhängen und bügeln. Naja und hin und wieder mal mit einem Staubsauger durch die Wohnung/das Haus wird ja nicht so schlimm sein.

Ja Pustekuchen. Die Familie hatte 7 Jahre lang immer ein Au-Pair. Die hat natürlich viel Zeit gehabt, da sie ja nicht arbeiten oder studieren ging und so den Haushalt schmeißen und die Kinder bespaßen konnte. Kinder bespaßen bräuchte ich nicht mehr, aber ich müsste von Mo-Fr für die Familie und mich kochen, so wie die Wäsche und bügeln und saugen und wischen (das Haus hat über 300qm Wohnfläche).

Der Besitzer veranschlagt dafür ca 12-15Std die Woche für die Tätigkeiten. Hmm, dazu kommt noch, dass ich 60Std im Monat arbeiten gehe und ich mache ein VOLLZEITstudium Medizin. Wo soll ich da genau noch deren Haushalt unterbringen?

Des weiteren hat das Zimmer keinen vernünftigen Schreibtisch, so dass ein vernünftiges Arbeiten dort nicht möglich wäre und wer arbeitet schon gerne nur im Bett?

Ein Pluspunkt wäre, dass ich nicht mal Nebenkosten zahlen müsste und auch keine Lebensmittel, das würden die zahlen, dafür, dass ich diese vielen Stunden arbeiten würde.

Natürlich ist es verlockend und auch schön, wenn man kostenlos in so einem großen Haus wohnen darf und auch den Garten mitbenutzen kann,

aber die Frage ist doch: IST ES DAS WIRKLICH WERT?

Wenn ich auf mein Bauchgefühl höre, dann NEIN.

Allerdings werde ich mich noch mal im Rathaus erkundigen, ob ich bei einem 12qm-Zimmer 12Std/Woche oder 12Std/Monat dafür arbeiten/helfen/unterstützen soll. Im Internet steht es nämlich als 12Std/Monat.

 

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